ortragsreihe "Mensch, Alter!" zu prekären Lebenslagen im Alter

Im Zuge des demographischen Wandels nimmt nicht nur der Anteil älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung kontinuierlich zu; vielmehr werden deren Lebenslagen und Lebensverhältnisse auch immer heterogener. Altersforscher:innen beobachten seit längerem eine besorgniserregende Zunahme an sozialer Ungleichheit in der langen Lebensphase „Alter“: So sind die Einkommen und Vermögen innerhalb der großen Gruppe der Älteren sehr ungleich verteilt; zudem korrelieren sozialer Status und Lebenserwartung stark, ebenso wie Bildung und Gesundheit.

Soziale Ungleichheit hat direkte Auswirkungen auf verschiedenste Lebensbereiche älterer Menschen – wie Gesundheit und Lebenserwartung, Wohnlage und Wohnsituation, Lebensstil, soziale Netzwerke, Bildungs- und Teilhabe-Chancen. Strukturelle Benachteiligungen, die oftmals noch kumulieren, können zu massiv prekären Lebenslagen und damit verbundenen Unsicherheiten in der Lebensphase Alter führen. Die Vortragsreihe beleuchtet aus unterschiedlichen Blickwinkeln – aus kommunaler Daseinsvorsorge, Beratungspraxis und aus Wissenschaft und Forschung – prekäre Lebenslagen im Alter. Dabei wird es nicht nur darum gehen, gegenwärtige Problemlagen aufzuzeigen, sondern auch Lösungsansätze für die Zukunft zu skizzieren.

Die „Mensch, Alter!“-Reihe findet immer donnerstags in der Mittagszeit von 12.00 - 13.00 Uhr statt.


Folgende Vorträge sind geplant: 

30.04.2026
Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung älterer Menschen in prekären Lebenslagen
Mirjam Holzmeier und Nikolai Podak, Bezirkssozialarbeit 60plus, Sozialreferat der Landeshauptstadt München

Menschen, die im Alter auf Unterstützung angewiesen sind aufgrund von Pflegebedürftigkeit, gerontopsychiatrischen Erkrankungen oder finanziellen Notlagen, stehen vor großen Herausforderungen. Scham, die Angst vor Verlust der Eigenständigkeit und Unkenntnis über Hilfsangebote können sie in existenzbedrohliche Situationen führen. Die Lage ist häufig bereits angespannt, wenn die Bezirkssozialarbeit 60plus der Landeshauptstadt München informiert wird. Durch Beratungsangebote und Kriseninterventionen werden die Betroffenen unterstützt, ihre Lebenssituation zu stabilisieren. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Aufgaben des Dienstes anhand von Praxisbeispielen.


11.06.2026
Ältere Menschen – eine neue Zielgruppe der Schuldnerberatung?
Christine Streidl, Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle, Caritas-Dienste Landkreis München
 

02.07.2026
Steigende Armut im Alter - Ursachen und Handlungsbedarf
Prof. Dr. Claudia Vogel, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung, Hochschule Neubrandenburg

Immer mehr ältere Frauen und Männer haben ein Einkommen, das unterhalb der Armutsschwelle liegt. Gleichzeitig sind sie mit steigenden Kosten etwa für Gesundheit, Wohnen und Pflege konfrontiert. Auch die Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen wie Grundsicherung im Alter, Wohngeld und Hilfe zur Pflege steigt stark an. Im Beitrag werden sozialpolitische Perspektiven wie die Stärkung der solidarischen umlagefinanzierten Rentenversicherung und die Verbesserung der Erwerbsmöglichkeiten für jüngere Menschen diskutiert, um die Situation armutsbetroffener Älterer von heute zu verbessern sowie künftige Altersarmut zu verhindern.  
 
Wann: 30.04., 11.06., 02.07. - immer donnerstags von 12.00 - 13.00 Uhr

Wo: Die Vortragsreihe findet im digitalen Format auf der Videokonferenz-Plattform Zoom statt. Zur Teilnahme benötigen Sie ein elektronisches Endgerät (Computer, Tablet, Handy mit Zugang zum Internet).

Zugang über folgenden Link:
http://q.ksh-m.de/menschalter
Meeting-ID: 916 8321 4083
Kenncode: 820794

 

Infos

Am 11.06.26, 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr