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Kurzbeschreibung

Es gibt viele Institutionen, die sich mit dem Thema Energiesparen befassen. Zum Beispiel die Verbraucherzentralen, freiberuflich tätige Energieberater, die Energieversorgungsunternehmen, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, auch Handwerksbetriebe und Architekten. Ein Mangel an professionellen Energieberatungsangeboten besteht also nicht.
Warum also initiiert ein Seniorenbüro ein Senioren-Energieberater-Projekt? Ausgangspunkt ist die Tatsac
he, dass Umweltschutz zumindest momentan einen geringen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat und Energiesparen ein sehr negativ belasteter Begriff ist. Und das in einer Zeit, in der es so viele Naturkatastrophen gibt wie nie zuvor, in der unser Wald stirbt, in der Kriege um Rohstoffe geführt werden. In einer Zeit, in der die meisten von uns Jahr für Jahr mit weniger Geld auskommen müssen und in der der Verbrauch von Energie teurer wird.

Eine paradoxe Situation, in der die Schaffung eines veränderten Bewusstseins in der Bevölkerung notwendig ist. Und genau dort ist der Ansatzpunkt für ein Projekt mit ehrenamtlich tätigen Menschen. Wobei der Gedanke nahe liegt, aufgrund der vorhandenen Zeit, der Lebens- und Berufserfahrung, der Einstellung zum Geld etc. auf Senioren zuzugehen. Hinzu kommt, dass viele engagierte Seniorinnen/Senioren so genannte "Meinungsführer" in ihrem Umfeld sind; auf sie wird gehört, auf ihre Meinung Wert gelegt.

Natürlich ist es bei so einem komplexen Thema erforderlich, Interessenten zunächst möglichst umfassend zu schulen, ihnen wenigstens ausreichende Grundkenntnisse zu vermitteln. Eine solche Schulung hat der Energieberater Dipl. Ing. Thomas Königstein für uns entwickelt. Sie umfasste 8 Module (jeweils 5 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten) mit folgenden Themen:

  • Grundlagen (was ist Energieberatung, was ist eine kw/h, was kostet sie etc.)

  • Energieabrechnungen (wie lese ich eine Strom- oder Nebenkostenabrechnung etc.)

  • Dämmung

  • Heizungsanlage

  • Warmwasserbereitung

  • Stromanwendungen

  • Simulierte Beratungsgespräche, Rollenspiele

  • Beratungsangebote Dritter am Beispiel der SÜWAG AG.

Nach der Schulung waren und sind die Teilnehmer/Innen in der Lage, in Privathaushalten selbstständig eine "Grundlagenberatung" durchzuführen. Sie können anhand der Energieabrechnungen der letzten Jahre ermitteln, ob der Energieverbrauch "O.K" oder zu hoch ist. Sie können Tipps zum richtigen Lüften und Heizen geben. Sie können die "Stromfresser" im Haushalt aufspüren. Oder überlegen, ob Maßnahmen im Bereich Dämmung, Heizungsanlage oder Warmwasserbereitung angebracht wären. Wobei sie immer Wert darauf legen, dass der Beratene keinen Komfortverlust erleidet.                                                                                                   

Dabei ist klar, dass alle "Senioren-Energieberater/innen" ihre Grenzen kennen. Sie geben Anstöße, wollen Bewusstsein schaffen, verweisen aber im Bedarfsfall (z.B. wenn größere Investitionen notwendig sind) an professionelle Energieberatungsangebote oder Handwerker.Alle Teilnehmer/Innen sind im Besitz von weiterführendem Material, aktuellen Adressen und Literaturhinweisen.

Für die Inanspruchnahme der Berater/Innen sind anfallende Auslagen (Fahrtkosten etc.) zu erstatten.

 
   
Zielgruppe

Insbesondere handwerklich begabte bzw. technisch versierte ältere Menschen, die eine Herausforderung suchen, aber auch etwas für sich selbst tun wollen (Schulung bringt auch "für den Eigenbedarf" einiges). Ein gewisser, bereits vorhandener Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung ist genauso wie Kontaktfreudigkeit von Vorteil.

 
   
Gebiet Rhein-Lahn-Kreis.   
 
   
Energiespartipps Westerwälder Holzpellets und Regelung der Raumlufttemperatur
 
   
Beginn

Die erste Schulung endete am 26. November 1998. Unmittelbar im Anschluss wurden kreisweit Info-Faltblätter verteilt. Die " Senioren-Energieberater/Innen" wurden darüber hinaus in Presseartikeln sowie durch eine Hörfunksendung von SWR4 am 3. Dezember 1998 bekannt gemacht.

 
   
Projektstand

Nachdem die Energieberater zunächst überwiegend in ihrem Freundes-,Bekannten- und Verwandtenkreis übten, erhielten sie zwischenzeitlich eine Reihe Anfragen, nahmen mit Info-Ständen an Veranstaltungen teil und hielten erste Vorträge.

Regelmäßig erscheint in den Mitteilungs- und Amtsblättern der Verbandsgemeinden und der Stadt Lahnstein der Energiespartipp.
Zwei bis drei mal im Jahr treffen sich die Berater zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch. Aber auch Firmenbesichtigungen stehen auf dem Programm.
Nachfolgend ein Überblick über die Fortbildungsmaßnahmen:

  • Energiesparen im Privathaushalt (z.B. Energiesparlampen)

  • Effizienter Einsatz von sparsamen Haushaltsgeräten

  • Die neue Energiesparverordnung

  • Mit Holz ökologisch heizen

  • Besichtigung der Westerwälder Holzpelletes GmbH in Langenbach bei Kirburg

  • Fortschreibung des regionalen Raumordnungsplanes

  • Windenergie

  • Verschiedene Heizsysteme, einschließlich Alternativen

  • Wasser Grundlage allen Lebens

Alle 8 Wochen beteiligen sich einige Energieberater beim Alternativen Energiefrühschoppen, der in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen durchgeführt wird.

 
   
Ansprechpartner

Die ausgebildeten, ehrenamtlich tätigen Senioren-Energieberater stehen Ihnen für weitere Fragen, eine kostenlose Beratung oder einen kostenlosen Vortrag gerne zur Verfügung. Wer in Ihrer Nähe als Energieberater zur Verfügung steht, erfahren Sie beim Seniorenbüro. Neue Mitarbeiter/Innen sind jederzeit herzlich willkommen.

 
   
Sonstiges

Das Projekt wurde am 06. Dezember 1999 vom Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse mit dem Förderpreis "DEMOKRATIE LEBEN 1999", eine Aktion des Initiativkreises "Demokratie leben" und des Deutschen Bundestages, ausgezeichnet. Ebenfalls 1999 kam der Förderpreis "Bestes Projekt beim ersten rheinland-pfälzischen Ehrenamtskongress" hinzu.

 
   

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