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Kurzbeschreibung

Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit der Berufswahlpaten ist die Unterstützung und Begleitung Jugendlicher und junger Erwachsener bei Fragen rund um die berufliche Orientierung und letztlich die Eingliederung in Ausbildung oder Arbeit.

Hintergrund

Jugendliche haben es immer schwerer, eine Ausbildungsstelle zu finden und sich eine sinnvolle berufliche Perspektive zu erschließen. Dies hat viele unterschiedliche Gründe: es liegt unter anderem an zurückgehenden Arbeitsplätzen, an Sprachproblemen (wenn die Muttersprache nicht deutsch ist), am fehlenden oder schwachen Schulabschluss, daran, dass Berufe immer höhere theoretische Anforderungen stellen (Arbeit mit Computern) und Helferjobs fast ganz weggefallen sind, daran, dass Eltern keine Zeit mehr haben, oder selbst nicht wissen, wie sie ihren Kindern Hilfestellungen für den Einstieg ins Berufsleben geben können.

Die Informationsmöglichkeiten, die Jugendliche haben, insbesondere die Angebote der Berufsberatung, reichen oft nicht aus, denn es fehlt ihnen in der Regel die Zeit. Hier setzt das Projekt der Berufswahlpaten an: sie nehmen sich Zeit! Zeit für den Jugendlichen mit seinen Ideen und Träumen. Und sie begleiten ihn auch, wenn´s mal nicht klappt, stellen fest, was je nach Arbeitsmarktlage und persönlichem Potential möglich ist und diskutieren mit ihm Alternativen.

 
   
Zielgruppe

Leidtragende in einer Zeit zurückgehender Ausbildungs- und Arbeitsplatzperspektiven sind insbesondere junge Aussiedler und Ausländer, Jugendliche aus problematischem sozialen Umfeld, ohne Schulabschluss oder Lernschwache; wobei zunehmend auch Hauptschüler dazuzählen, aufgrund des Ausbildungsplatzrückganges. Obwohl diese Jungendlichen/jungen Erwachsenen aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten (z.B. im handwerklichen Bereich) in vielen Fällen durchaus eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten, scheitern sie bei der Lehrstellensuche wegen Sprachproblemen, fehlender Unterstützung aus dem Elternhaus, schlechtem Schulabschluss etc.
Sie bilden die Zielgruppe - natürlich nur dann, wenn sie die Hilfe eines Berufswahlpaten tatsächlich wünschen (keine "aussichtslosen" Fälle). Der Kontakt entsteht über Interessenten, die direkt nachfragen, über Jugendtreffs und Beratungsstellen, über Schulen oder die Berufsberatung. Nach einem Erstgespräch zwischen Jugendlichem und Berufswahlpaten entscheiden beide über die Zusammenarbeit.

 
   
Gebiet Die Arbeit der Berufswahlpaten erfolgt im Rhein-Lahn-Kreis.
 
   
Kooperationspartner

Im Laufe der Zeit gab es verschiedene Formen der Kooperation, u.a. mit der Agentur für Arbeit in Montabaur, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dem Jugendamt und der Koordinierungsstelle Arbeit statt Sozialhilfe des Rhein-Lahn-Kreises.
Seit 2001 besteht eine enge Zusammenarbeit mit jobaktiv, der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe im Bistum Limburg. Seit dieser Zeit begann auch die Zusammenarbeit mit Bildungsträgern und den Jugendzentren im Landkreis. Geplant ist, diese weiter auszubauen und zusätzlich, je nach regionalem Bedarf, mit Schulen und Beratungsstellen zusammenzuarbeiten. 

 
   
Beginn

Das Projekt startete mit einer eintägigen Informationsveranstaltung für Berufswahlpaten am 17. März 1998 im Kreishaus Bad Ems. Zu Beginn fanden sich gleich 11 Seniorinnen und Senioren, die sich für das Projekt engagierten. Unterstützt wurde die Arbeit durch die Berufsberater vor Ort, die Informationen gaben und auch ratsuchende in Patenschaften vermittelten. Die Paten tauschten sich regelmäßig über ihre Patenschaften aus; im Oktober 2000 wurde für sie eine Schulungsmaßnahme in Zusammenarbeit mit der Firma Trigon (Beratungsgesellschaft für Kommunikation und Wirtschaftstraining) konzipiert.
Seit 2001 erfolgte keine Vermittlungen in Patenschaft mehr durch die Berufsberatung des Arbeitsamtes. Daher wurde es notwendig, neue Zugangswege zwischen Rat- und Hilfesuchenden und Berufswahlpaten zu erschließen. Hinzu kam, dass einige Paten, aus Gesundheits- oder privaten Gründen, ausscheiden mussten. Es war also auch notwendig, neue Berufswahlpaten für das Projekt zu gewinnen.
Zu diesem Zeitpunkt begann die Zusammenarbeit mit jobaktiv. Die Beratungsstelle für Jungendberufshilfe im Bistum Limburg führt selbst seit 2001 ein vergleichbares Patenprojekt im Kirchenbezirk Limburg durch. Dadurch gab es Anknüpfungspunkte für einen Austausch, aus dem sich eine enge Zusammenarbeit entwickelte.
Gemeinsam wurde das Konzept überarbeitet; als enge Kooperationspartner wurden und werden die Jugendzentren gesucht und darüber hinaus alle Orte, an denen sich Jugendliche aufhalten (Schulen, Vereine usw.). Außerdem wurde der Kreis der Berufswahlpaten ausgeweitet - von Senioren hin auch zu jüngeren Menschen.

 
   
Projektstand

Derzeit arbeiten 8 Frauen und Männer als Berufswahlpaten. Sie kommen nun überwiegend durch die Zusammenarbeit mit den Jugendzentren in Kontakt zu den Rat- und Hilfesuchenden. Gemeinsam ermitteln sie, was sie beispielsweise zwecks Arbeitsplatzsuche unternehmen, sie helfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, helfen beim Herstellen von Firmenkontakten, begleiten zum Teil auch zu Vorstellungsgesprächen und sind darüber hinaus einfach Ansprechpartner für die Belange der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Seit November 2006 gibt es Überlegungen, das Programm gezielt an Hauptschulen zu platzieren. Konkret soll im Jahr 2007 an der Oranienschule (Hauptschule) in Altendiez und an der Esterauschule (Hauptschule) in Holzappel begonnen werden. Der Grund für die Neuausrichtung des Projektes ist, dass immer weniger Hauptschüler im Anschluss an ihren Abschluss eine Ausbildungsstelle finden und daher oft unnütze, die Jugendlichen wenig motivierende Ersatzlösungen gefunden werden, die in Maßnahmekarrieren enden. Die Berufswahlpaten wollen hier frühzeitig ansetzen, die Jugendlichen schon während der letzten Zeit ihres Schulbesuches begleiten und sie fit machen für die Ausbildung.

 
   
Ansprechpartner

Wer nähere Informationen zum Projekt haben möchte, wendet sich an:
Uschi Rustler vom Seniorenbüro Die Brücke, Tel. 02603/972336
E-Mail:  
oder an
Klaus Bach von der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe im Bistum Limburg "Jobaktiv", Tel. 06431/9606-11,
E-Mail: K.Bach@Jobaktiv-Lm.de

Drei pdf-Dateien informieren Sie auch über Einzelheiten

"Jugendlichen neue Perspektiven aufzeigen

"Schule (fast) aus. Und nun?

"Werden Sie Berufswahlpate!  

 
   
Sonstiges

1996 bei Gründung des Projekts gab es in Rheinland-Pfalz kein vergleichbares Projekt. Anfragen zu Konzept und Erfahrungen gibt es bis heute immer wieder, von Stellen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Am 05. Mai 1998 wurde das Projekt mit dem Generationenpreis des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck für besonders vorbildliche und herausragende Leistungen in der Zusammenführung der Generationen ausgezeichnet. Am 19. Juni 2000 erhielt das Projekt den zweiten Preis im Wettbewerb 2000 "Solidarität der Generationen". Ebenfalls den 2. Preis im Jahr 2000 im Rhein-Zeitungs-Wettbewerb "Ideen gegen Arbeitslosigkeit". Der Radiosender SWR 4 aus Koblenz berichtete am 13.08.2002 in seiner Sendung über das Projekt.
Am 21.11.2003 präsentierte sich das Projekt bei der Veranstaltung "Lokale Bürgergesellschaft" der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz im Kurfürstlichen Schloss in Mainz.

Im Gespräch mit Ministerpräsident Kurt Beck, Landrat Günter Kern und Uschi Rustler, Leiterin des Seniorenbüro "Die Brücke"

Am 15. Januar 2004 wurde das Projekt bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Familienorganisationen in Rheinland-Pfalz (AGF)bestehend aus; Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen, Landesarbeitskreis Pfalz e.V., Familienbund der Katholiken in Rheinland-Pfalz, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. und des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Rheinland-Pfalz, in der Jugendherberge Mainz vorgestellt.

 
   

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